LO_BW_Q_4c_fond_g Waldhaus Logo Logo_Lieler_Website Sparkasse_Logo_RGB_aktuell_1

Weltcup-Finale der Kombinierer in Schonach

Furioses Weltcup-Finale der Kombinierer in Schonach
Fabian Rießle am Schlußtag gleich 3mal auf dem Podest

Nachdem der im Januar 2016 geplanten traditionelle Schwarzwaldpokal ausgerechnet im 50jährigen Jubiläumsjahr noch witterungsbedingt abgesagt werden musste, hatte der Internationale Skiverband (FIS) ein Einsehen mit den Schonachern gehabt und zum Ausgleich das Weltcupfinale der Nordischen Kombination an das „Schwarzwälder Skidorf Nr. 1“ vergeben. So konnten Skiclub und Gemeinde Schonach im März des Jahres doch noch eine würdige Jubiläumsveranstaltung organisieren, eingebettet in die 125jährige Geschichte des Skilaufs im Schwarzwald.

Zahlreiche Zuschauer beim Weltcup in SchonachUnd es wurde unter besten Winterverhältnissen auch sportlich ein unvergessliches Ereignis. Gleich drei Wettkämpfe lockten an diesem ersten Märzwochenende Tausende von Zuschauer an die bestens präparierte Langenwaldschanze und die Langlaufstrecke im tief verschneiten Wittenbachtal. Dort hatten die Schonacher Organisatoren um den Skiclubvorsitzenden Gunter Schuster und Bürgermeister Jörg Frey beste Rahmenbedingungen für Athleten, Betreuer und Zuschauer geschaffen und durften sich daher zu Recht über das Lob der FIS, tolle Stimmung bei den Zuschaueren und hohe Einschaltquoten der Live-Übertragung in der ARD freuen.

Freitag: Umstrittener Staffelsieg für Norwegen

Den Auftakt bildete am Freitag ein Teamwettbewerb, der sich zu einem dramatischen Duell der beiden führenden Nationen Norwegen und Deutschland entwickeln sollte. Im einzigen Wettkampfformat des Winters mit nur einem Sprung und einer 4x5km-Staffel hatte das nach dem Springen führende DSV-Team mit Manuel Faißt (Baiersbronn), Eric Frenzel (Oberwiesenthal), Johannes Rydzek (Oberstdorf) und Fabian Rießle (Breitnau) den Sieg schon vor Augen, als der starke Schlussläufer Fabian Rießle im Zweikampf mit dem Norweger Jörgen Graabak bei der Einfahrt auf die Zielgerade zu Fall kam und danach nur noch den zweiten Platz gegen die Österreicher absichern konnte. Im Anschluss gingen die Emotionen über den Hergang des Sturzes zwischen den beteiligten Teams zwar hoch, einem von der deutschen Mannschaftsführung eingelegten Protest wegen Behinderung wurde jedoch nicht stattgegeben.

Samstag: Frenzel siegt nach Protest

29 Jahre nach dem letzten Erfolg eines deutschen Kombinierers in Schonach hat Eric Frenzel die Hoffnungen der deutschen Fans erfüllt und beim 50. Schwarzwaldpokal die begehrte Trophäe nach einem bis zum Schluss spannenden Wettkampf in Empfang genommen. Zwar lief der Norweger Magnus Krog am Ende des Rennens als erster über den Zielstrich des Skistadions, wurde aber nachträglich nach einer Behinderung Frenzels in der Zielkurve disqualifiziert. Krog hatte die Spur des auf der Innenkurve laufenden Weltcupführenden aus Oberwiesenthal geschnitten und diesen abgedrängt. Zwar konnte Frenzel den Norweger noch bis ins Ziel attackieren, blieb aber mit 0,1 Sek. Rückstand zunächst zweiter Sieger. Jedoch gab die Jury diesmal dem Protest der DSV-Mannschaftsführung statt und erklärte nach Eric Frenzel nach Disqualifizierung seines norwegischen Kontrahenten zum Sieger des Schonacher Schwarzwaldpokals 2016.

Bundestrainer Weinbuch konnte sich anschließend nicht nur über die Jury-Entscheidung, sondern drei weitere seiner Athleten mit Topresultaten freuen. Fabian Rießle lieferte erneut einen starken Wettkampf ab und landete im Abschlussranking auf Platz vier. Johannes Rydzek und Manuale Faißt belegten die Ränge sechs und sieben.

Sonntag: Großes Finale – Rießle dreimal auf dem Podest

Siegerehrung des Gesamtweltcups (v. links): 2.Platz - Akito Watabe, 1.Platz - Eric Frenzel, 3.Platz - Fabian RießleAuch beim letzten Wettkampf der Weltcupsaison überzeugten die deutschen Kombinierer am Sonntag nochmals mit außergewöhnlichen Einzelleistungen. Allen voran bewies Fabian Rießle nach Rang 14 im Sprungwettbewerb vor einer begeisterten Zuschauerkulisse im Wittenbachtal über die 15km-Distanz bei teilweise dichtem Schneetreiben erneut sein Ausnahmetalent auf der Laufstrecke. Nach einer beherzten und taktisch klugen Aufholjagd waren es am Schluß nur wenige Meter, die ihn vor einem erneuten Einzelerfolg im Weltcup trennten. So aber konnte nur noch der Norweger Joergen Graabak einen knappen Vorsprung ins Ziel retten. Bei Rießle überwog aber dennoch die Freude: „Ich habe nicht gedacht, dass es noch aufs Podium reicht, und bin deshalb total zufrieden. Den dritten Podestplatz belegte der Österreicher Lukas Klapfer, Johannes Rydzek als Sechster und Eric Frenzel als Achter rundeten den starken Auftritt der DSV-Athleten beim letzten Einzelwettkampf der Saison 2015/2016 ab.

Ausdruck der für Eric Frenzel, Fabian Rießle und das gesamte DSV-Team äußerst erfolgreichen Saison waren auch die im Anschluß an die Schonacher Wettbewerbe durchgeführten Ehrungen im Gesamtweltcup und Nationencup. So stand Fabian Rießle hinter Gesamtsieger Eric Frenzel und dem Japaner Akito Watabe als Dritter der Gesamtwertung nach dem Abschlusswettbewerb am Sonntag ein weiteres Mal auf dem Schonacher Siegerpodest. Und wurde zusammen mit Frenzel auch ein drittes Mal aufgerufen: Die deutschen Kombinierer gewannen seit 2013 zum 4. Mal in Folge auch den Nationencup der Nordischen Kombination.