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Bundesliga-Auftakt in Bad Säckingen

Mountainbiker starten in die Olympiasaison

Herrliches Frühlingswetter und ein internationales Starterfeld mit aktuellen Olympiasiegern und Weltmeistern lockten am zweiten Aprilwochenende tausende von Zuschauern zum Bundesliga-Auftakt der Mountainbiker nach Bad Säckingen. Neben den deutschen Elitefahrern nutzten viele Topathleten aus der internationalen MTB-Szene, vor allem aus der benachbarten Schweiz und Frankreich, die Chance zu einer ersten Standortbestimmung in Olympiajahr 2016. Mit Ausnahme von Manuel Fumic, der mit seinem Team zeitgleich ein Rennen in Italien bestritt, waren sämtliche deutschen Olympiakandidaten am Start.

In getrennten Wettbewerben wurden die Sieger der Junioren, U23 und Elite ermittelt. Die mehrfach zu befahrende Rundstrecke führte über Waldwege, Singletrails und anspruchsvolle Steilpassagen mit teilweise hohen technischen Anforderungen an das Fahrerfeld.

Jolanda Neff souveräne Siegerin bei den Damen – Sabine Spitz auf Rang 9

Bei ihrem ersten Auftritt in Bad Säckingen konnte sich die als Weltranglistenerste favorisierte Schweizerin Jolanda Neff (Stöckli Pro Team) gleich vom Start weg an die Spitze des Fahrerrinnenfeldes der Elite und U23 setzen. Fast spielerisch bewältigte die zweimalige Gesamtweltcup-Siegerin die 3,9 km langen Runden am Bad Säckinger Waldfreibad. Nur die Schwedin Jenny Rissveds (Scott-Odlo) konnte ihr das ganze Rennen über folgen, verlor aber bis zum Ziel 52 Sekunden auf Neff. Dritte wurde die Polin Maja Wloszczowska, die sich in den letzten Runden Platz für Platz nach vorne gearbeitet hatte. Trotz einer noch nicht auskurierten Knieverletzung an den Start gegangen war Lokalmatadorin Sabine Spitz, die deshalb schon im Vorfeld die Erwartungen gedämpft hatte: „Ich bin froh, dass ich starten kann, auch wenn ich in den letzten Wochen mein Training nicht wie geplant durchziehen konnte. Aber es ist mir schon wichtig, vor heimischem Publikum dabei zu sein.“ Trotz ihres Handicaps führte sie im Ziel dann mit einen Rückstand von 2:51min auf die Siegerin das Trio der drei besten deutschen Teilnehmerinnen vor Elisabeth Brandau (Schönaich, 9. Platz, +3:01min) und Helen Grobert (Remetschwiel/Freiburg, 10. Platz, +3:39min) an. Wegen Materialproblemen ausgeschieden war zuvor Adelheid Morath (St. Märgen), die wie Spitz und Grobert bereits im vergangenen Jahr die Olympianorm für Rio erfüllt hatte.

Absalon triumphiert bei den Männern – Deutsche nicht in den Top Ten

Julien Absalon vor Nino SchurterBei den Kennern der Szene klar favorisiert waren im Eliterennen der Männer Doppel-Olympiasieger Julien Absalon (Frankreich, BMC Racing) und Weltmeister Nino Schurter (Schweiz, Scott-Odlo). Der durch einen Halsinfekt gehandicapte Schweizer konnte jedoch an diesem Tag nicht über die gesamt Distanz mit dem Franzosen mithalten. Beide setzen sich beide zwar von der dritten Runde noch zusammen vom restlichen Fahrerfeld ab, jedoch musste auch Schurter dem hohen Tempo nach weiteren zwei der insgesamt acht Runden Tribut zollen und den Franzosen abreißen lassen. Am Ende fehlten dem nicht mehr ganz an sein Limit gehenden Schurter nur 39 Sekunden auf den Tagessieger Absalon (1:34:56 Stunden), noch vor dem mit 46 Sekunden Rückstand als Dritter ins Ziel kommenden Maxime Marotte.

Für die deutschen Starter reichte es beim international hochkarätig besetzen Auftaktrennen noch nicht für die vorderen Plätze. Als bester BDR-Fahrer präsentierte sich Markus Schulte-Lünzum (Haltern, Focus XC) mit 3:27 Minuten Rückstand auf Platz 16 und sah sich damit vor Beginn der Weltcup-Wettbewerbe in zwei Wochen auf gutem Wege. Auch Markus Bauer (Freiburg, Team Kreidler) war mit Rang 21 (+4:57) nicht unzufrieden: „Die Grundform ist da, ich komme schon besser zurecht als noch vor einer Woche“. Verärgert zeigte sich dagegen sein Freiburger Kreidler-Teamkollege Moritz Milatz, der gleich nach dem Start durch einen stürzenden Fahrer aufgehalten wurde und so schon früh den Anschluss nach vorne verlor. Zwar arbeitet er sich in den folgenden Runden als drittbester Deutscher noch von Position 42 auf den 26. Rang vor, haderte aber mit den Umständen und dem seinem Anspruch nicht entsprechenden Rückstand von 5:50min auf den Tagessieger. Für die beiden nächstplatzierten Deutschen Simon Stiebjahn (Neustadt, 29.) und Martin Gluth (Freiburg, 34.) bildete das Auftaktrennen eine erste Standortbestimmung vor der in Australien beginnenden Weltcupserie, für die sie ihre Form noch weiter steigern wollen.

U23 Männer: Egger bester Deutscher – Dänischer Tagessieg

Durch einen frühen Angriff und eine konstante Führungsarbeit legte der Däne Sebastian Carstensen Fini (CST Superior Brentjens) schon früh die Grundlage für seinen Erfolg bei den U23-Männern. Mit dem Zweiten Emil Linde (Schweden) und dem Belgier Kevin Panhuyzen gab es auch hier ein international besetztes Podest. Der Deutsche Meister Georg Egger (Lexware Mountainbike Team) blieb mit Rang neun noch etwas hinter seinen eigenen Vorstellungen zurück. Martin Frey (Team Bulls) kam als 10. und damit zweitbester BDR-Fahrer direkt hinter Egger ins Ziel.

Anna Saier und Alex Bregenzer bei den Junioren auf dem Podest

Hinter den beiden Schweizern Vital Albin und Nick Burki sorgte Alex Bregenzer (Haibike-KMC) aus Lohr am Main mit Rang 3 bei den Junioren ebenso für einen Lichtblick, wie die Offenburgerin Anna Saier (Lexware Mountainbike Team) im Rennen der Juniorinnen. Saier musste sich lediglich der Schwedin Ida Jansson sowie der Österreicherin Anna Spielmann beugen. Nina Benz (Laichingen) und Lia Schrievers (Bayreuth) komplettierten auf den Rängen 4 und 5 das gute deutsche Gesamtergebnis in der weiblichen Nachwuchsklasse.

(Hans-Ulrich Wiedmann)