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Packendes Weltcup-Finale in Schonach

Mit Riesenbegeisterung verfolgten an beiden Tagen über 10.000 von Zuschauern den „Showdown“ der Weltcupsaison in der Nordischen Kombination in Schonach. Für Spannung bis zu Schluss sorgten dabei die beiden Hauptakteure des Skiwinters 2016/2017, Johannes Rydzek und Eric Frenzel, die die gesamte Saison und auch die zuvor in Oslo ausgerichtete Weltmeisterschaften dominiert hatten. Sie lieferten sich ein Herzschlagfinale, bei dem sich am Ende Eric Frenzel nach einer Aufholjagd gegen Rydzek durchsetzen und seinen fünften Weltcup-Gesamtsieg in Folge einholen konnte.

Dabei hatte die Wettervorhersage für die beiden Wettkampftage zunächst Schlimmes befürchten lassen, angesagt waren Regen und Wind. Zwar litt darunter am Samstag noch das Auftaktspringen zum traditionellen Schwarzwaldpokal, doch spätestens am Sonntag hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Schonachern und schickte zum abschließenden Laufwettbewerb ab und an sogar Sonnenstrahlen ins Wittenbachtal. Das lockte dann nach 4000 bis 5000 Zuschauern an der Langenwaldschanze auch über 8.000 Zuschauer zum Finale an die Loipe, die sich als 1,5 km langes weißes Band durch die Hochwiesen am Waldrand zog.

Zunächst wurde am Samstag trotz Regens der „Schwarzwaldpokal“ als erster Wettkampf verspätet und ohne Probedurchgang gestartet. Eric Frenzel und Johannes Rydzek sicherten sich mit den Rängen sieben und neun als dominierende Läufer des Winters aussichtsreiche Positionen für die vorletzte Entscheidung der Weltcupsaison. Beide arbeiteten sich im Lauf des Rennens Platz für Platz nach vorne und kamen nach dem letzten Anstieg gemeinsam mit dem lange führenden Österreicher Wilhem Denifl auf die Zielgerade. Frenzel lag vorne und zog auf die rechte, innere Spur. Rydzek versuchte nach links zu wechseln, fuhr dabei Frenzel über die Skienden und kam zu Fall. Rydzek musste auch Denifl noch passieren lassen und kam als Dritter ins Ziel. In der ersten Verärgerung gab der 4fache Weltmeister von Lahti zunächst seinem Teamkollegen die Schuld an seinem Sturz, nahm diesen Vorwurf  aber später zurück. Frenzel hatte damit seine Ausgangsposition für den abschließenden Wettkampf am Sonntag nochmals verbessert, ihm würde selbst bei einem Sieg von Rydzek noch ein vierter Platz zum Gewinn der Kristallkugel für den Weltcup-Gesamtsieger genügen.

Doch Frenzel zeigte auch im letzten Rennen am Sonntag keine Schwächen. Nach dem Springen auf der Langenwaldschanze, das der Breitnauer Tobias Simon noch vor Johannes Rydzek überraschend gewinnen konnte, lag er nach einem verdrehten Sprung auf Platz acht, arbeitete sich aber auch hier wieder unaufhaltsam nach vorne. Rydzek führte lange, konnte das Tempo aber nicht durchhalten und musste sich beim triumphalen Sieg von Frenzel mit Rang neun begnügen. Der Olympiasieger und fünffache Weltmeister aus Oberwiesenthal holte sich damit seinen 41. Weltcupsieg.

Auch für die Mannschaft von Bundestrainer Hermann Weinbuch ging damit eine außergewöhnliche Saison zu Ende. Die deutschen Kombinierer hatten einschließlich der Entscheidungen bei der WM in Lahti 23 von 25 Einzelrennen gewonnen und damit souverän die Teamwertung gewonnen. Nur der Japaner Akito Watabe konnte mit zwei Siegen in die Phalanx des DSV-Teams eindringen, er belegte hinter Johannes Rydzek und noch vor dem viertplatzierten Breitnauer Fabian Riessle den dritten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung.