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Die südbadischen Olympiateilnehmer in Rio

Wenn vom 5. bis zum 21. August 2016 die weltbesten Athleten in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro ihre olympischen Wettkämpfe bestreiten, sind darunter auch wieder einige der besten Sportlerinnen und Sportler aus der Region zwischen Bodensee und dem Oberrhein.

Sowohl in den Individualsportarten, als auch im Fußball stehen südbadische Athletinnen und Athleten im aktuellen Olympiaaufgebot des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die stärksten Kontingente stellen der Radsport, die Leichtathletik und der SC Freiburg.

Schwarzwälder Domäne Mountainbike: Spitz, Grobert und Milatz im Olympiateam

Keine Überraschung war für Hans-Ulrich Wiedmann, den Leiter des Olympiastützpunkts Freiburg-Schwarzwald, die Nominierung des Schwarzwälder Mountainbike-Trios Sabine Spitz (Murg), Helen Grobert (Remetschwiel) und Moritz Milatz (Freiburg), die zusammen mit Manuel Fumic aus dem schwäbischen Kirchheim/Teck die deutsche Mannschaft bilden. Trotz bester Weltcup-Ergebnisse und Erfüllung der Olympianorm nicht berücksichtigt werden konnte dagegen Adelheid Morath (St. Märgen), da für den olympischen Cross-Country-Wettbewerb nur jeweils zwei Startplätze pro Nation vergeben wurden. „Der BDR hat sich die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht, sich neben der quasi schon gesetzten Sabine Spitz auf Helen als zweite Starterin festzulegen. Man kann die Entscheidung aber nachvollziehen, auch wenn es uns für Adelheid sehr leid tut, schließlich sind beide Athletinnen in unserem Sportinternat ausgebildet und gefördert worden“, kommentierte der Freiburger OSP-Leiter den Anfang Juni bekannt gewordenen Nominierungsvorschlag des Bundes Deutscher Radfahrer, den der DOSB in der Nominierungsrunde am 28. Juni wie erwartet bestätigt hatte.

Leichtathleten mit 8 südbadischen Teilnehmern in Rio bestens vertreten

Neben den schön früh nominierten Marathonläuferinnen Lisa und Anna Hahner aus Gengenbach war auch die Nominierung des Freiburger Gehers Carl Dohmann (SCL-Heel Baden-Baden), der schon 2015 die Olympianorm über 50 km unterboten hatte, nur noch Formsache. Die für Rio notwendige Höhe übersprungen und Weite geworfen haben auch die aus Freiburg stammende Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch und Speerwerferin Christina Obergföll von der LG Offenburg, allerdings hatte letztere noch starke nationale Konkurrenz und erhielt schlussendlich den Vorzug vor Weltmeisterin Katharina Molitor. Auch ihr Vereinskollege Johannes Vetter, der bei Christinas Ehemann und Bundestrainer Boris Obergföll trainiert, steht im Olympiaaufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Im 5000-m-Lauf wird mit Richard Ringer aus Uhldingen-Mühlhofen seit langen wieder ein Langstreckler nach olympischem Lorbeer greifen. Last not least startet mit Matthias Bühler aus Haslach im Kinzigtal (jetzt TSG Weinheim) ein weiterer aus der LG Offenburg hervorgegangener Athlet im olympischen Hürdensprint von Rio.

Starke Freiburger Fraktion im Frauenfußball-Olympiakader

Neben der aktuellen SC-Torhüterin Laura Benkarth stehen mit Melanie Behringer, Sarah Däbritz und Melanie Leupolz gleich drei früher beim SC Freiburg bzw. im Sportinternat des Olympiastützpunkts ausgebildete Spielerinnen im 18-köpfigen Olympiakaderaufgebot von Bundestrainerin Silvia Neid, die aktuell beim Ligakonkurrenten FC Bayern unter Vertrag stehen. Mit Lina Magull ist zudem noch eine weitere SC-Spielerin auf Abruf vor Ort. Bei den Männern wurde SC-Profi Nils Petersen als einer von drei möglichen Ü23-Spielern von Horst Hrubesch in die Olympiamannschaft des DFB berufen, mit Christian Günter und Sebastian Kerk stehen zwei weitere U23-Spieler des SC Freiburg im Abruf-Kontingent des Bundestrainers.

Olympiatickets für Luisa Niemesch und Eva Rösken

Nachdem mit Nadine Weinauge (Furtwangen) und Vizeweltmeister Oliver Hassler (Hausen-Zell) zwei hoch gehandelte südbadische Olympiakandidaten in den Qualifikationsturnieren verletzungsbedingt passen mussten, hat die seit 3 Jahren am Olympiastützpunkt Freiburg beheimatete Freistilringerin Luisa Niemesch (SG Weingarten) ihre Chance genutzt und sich für das olympische Ringerturnier in Rio qualifiziert. Der Studentin und zweimaligen Junioren-Vizeweltmeisterin werden nicht nur von OSP-Leiter Hans-Ulrich Wiedmann gute Medaillenchancen eingeräumt.

Doch nicht nur im Fußball, Ringen und bei den Mountainbikern sind gerade die Frauen bei Olympia stark vertreten: Eva Rösken vom Schützenverein Münstertal konnte sich im Mai beim Weltcup in München das begehrte Olympiaticket sichern. Die 32-jährige Sportschützin aus Ehrenkirchen tritt in Rio mit dem Kleinkaliber-Gewehr an.

Auch Bahn- und Straßenradsportler in Rio am Start

Auch in den Straßen- und Bahnradwettbewerben ist die Region in Rio stark vertreten. Der in Freiburg lebende 30jährige Radprofi Simon Geschke hatte im vergangenen Jahr mit einem spektakulären Etappensieg bei der Tour de France auf sich aufmerksam gemacht und wird als einer von vier deutschen Fahrern beim olympischen Straßenwettbewerb an den Start gehen, während Dominic Weinstein aus Bad Dürrheim-Unterbaldingen zusammen mit dem Nordbadener Kersten Thiele (Sinsheim-Eschelbach) im deutschen Bahnradvierer um Bestzeiten kämpfen wird.

Windsurfer Toni Wilhelm zum dritten Mal für Olympia nominiert

Der in Lörrach-Dogern geborene und aufgewachsene Windsurfer Toni Wilhelm hat sich nach Athen 2004 und London 2012 bereits zum dritten Male für Olympische Spiele qualifiziert. Der 33jährige Absolvent der Sportwissenschaften startet in der RS:X-Klasse und möchte nach einer knapp verpasster Bronzemedaille in London dieses Mal einen Medaillenrang erreichen.