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Region in Rio gut vertreten

Wenn vom 5. bis zum 21. August 2016 die weltbesten Athleten in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro ihre olympischen Wettkämpfe bestreiten, werden aller Voraussicht nach auch wieder Sportlerinnen und Sportler aus der Region zwischen Bodensee und dem Oberrhein in der deutschen Olympiamannschaft stehen und mit guten Aussichten um olympisches Edelmetall kämpfen.

Nach der ersten Nominierungsrunde des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Mai standen mit den Marathon-Zwillingen Anna und Lisa Hahner (Gengenbach), Bahnrad-Spezialist Dominic Weinstein (Bad Dürrheim-Unterbaldingen) und Windsurfer Toni Wilhelm (Dogern) bereits die ersten südbadischen Teilnehmer fest. Weitere Nominierungen werden am 28. Juni und 12. Juli erfolgen.

Schwarzwälder Domäne Mountainbike: Spitz, Grobert und Milatz im Olympiateam

Moritz Milatz auf steinigen WegenAls so gut wie gesichert betrachtet Hans-Ulrich Wiedmann, der Leiter des Olympiastützpunkts Freiburg-Schwarzwald, inzwischen auch die Nominierung des Schwarzwälder Mountainbike-Trios Sabine Spitz (Murg), Helen Grobert (Remetschwiel) und Moritz Milatz (Freiburg), die zusammen mit dem Manuel Fumic aus dem schwäbischen Kirchheim/Teck die deutsche Mannschaft bilden. Trotz bester Weltcup-Ergebnisse und Erfüllung der Olympianorm nicht berücksichtigt werden konnte dagegen Adelheid Morath (St. Märgen), da für den olympischen Cross-Country-Wettbewerb nur jeweils zwei Startplätze pro Nation vergeben wurden. „Der BDR hat sich die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht, sich neben der gesetzten Sabine Spitz auf Helen als zweite Starterin festzulegen. Man kann die Entscheidung aber nachvollziehen, auch wenn es uns für Adelheid sehr leid tut, schließlich sind beide Athletinnen im Sportinternat unseres Olympiastützpunkts ausgebildet und gefördert worden“, kommentierte der Freiburger OSP-Leiter den ihm Anfang Juni bekannt gewordenen Nominierungsvorschlag des Bundes Deutscher Radfahrer an den DOSB, der darüber in der 2. Nominierungsrunde am 28. Juni entscheiden wird.


Bis zu 7 Leichtathleten mit Nominierungschancen

Neben den beiden bereits nominierten Marathonläuferinnen Lisa und Anna Hahner rechnet Wiedmann fest mit der Olympiateilnahme von bis zu 5 weiteren aus Südbaden stammenden Leichtathleten. Bereits im letzten Jahr hatte der Freiburger Geher Carl Dohmann die Olympianorm über 50 km unterboten – die Nominierung ist daher nur noch Formsache. Die für Rio notwendige Höhe übersprungen und Weite geworfen haben auch die aus Freiburg stammende Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch und Speerwerferin Christina Obergföll von der LG Offenburg, allerdings hat letzere noch starke nationale Konkurrenz: Momentan konkurrieren drei weitere Werferinnen mit Obergföll um die drei deutschen Startplätze im brasilianischen Olympiastadion. Ähnliches gilt für den neu nach Offenburg gewechselten Johannes Vetter, der bei Christinas Ehemann und Bundestrainer Boris Obergföll trainert und die Norm ebenfalls schon erfüllt hat. Allerdings stehen die Chancen für beide gut, sich aufgrund ihrer schon gezeigten Leistungen auf nationaler Ebene durchzusetzen. Last not least wird mit Matthias Bühler aus Haslach im Kinzigtal (TSG Weinheim) ein weiterer Südbadener versuchen, spätestens bei der Deutschen Meisterschaft in Kassel noch die Olympianorm im 110m Hürdensprint zu knacken.

Starke Freiburger Fraktion im Frauenfußball-Olympiakader

Gleich mehrere aktuelle und ehemalige Spielerinnen des SC Freiburg können sich berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz in der deutschen Frauen-Olympiamannschaft des DFB machen. So stehen mit Torhüterin Laura Benkarth, Mittelfeldspielerin Lina Magull und Stürmerin Lena Petermann drei jetzige Spielerinnen des SC im 26 Frauen umfassenden vorläufigen Olympiakader des DFB. Hinzu kommen mit Melanie Behringer, Sarah Däbritz und Melanie Leupolz drei früher beim SC Freiburg bzw. im Sportinternat des Olympiastützpunkts ausgebildete Spielerinnen, die aktuell beim Ligakonkurrenten FC Bayern unter Vertrag stehen. Mit Spannung erwartet man daher beim Sportclub und Olympiastützpunkt die endgültige Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid, deren Olympiakader nach Ablauf der aus mehreren Lehrgängen und Testspielen bestehenden Vorbereitungsphase noch 18 Spielerinnen umfassen wird. Weniger wahrscheinlich ist dagegen die Olympiateilnahme eines Spielers der Herrenmannschaft des SC, ebenso wie die Teilnahme eines südbadischen Handballspielers im deutschen Herrenteam. Jens Schöngarth aus Teningen sowie der gebürtige Freiburger Felix Danner waren verletzungs- und formbedingt zuletzt nicht mehr in der DHB-Auswahl bei der EM in Polen vertreten.

Olympiatickets für Luisa Niemesch und Eva Rösken

Nachdem mit Nadine Weinauge (Furtwangen) und Vizeweltmeister Oliver Hassler (Hausen-Zell) zwei hoch gehandelte südbadische Olympiakandidaten in den Qualifikationsturnieren verletzungsbedingt passen mussten, hat die seit 3 Jahren am Olympiastützpunkt Freiburg beheimatete Freistilringerin Luisa Niemesch (SG Weingarten) ihre Chance genutzt und sich für das olympische Ringerturnier in Rio qualifiziert. Der Studentin und zweimaligen Junioren-Vizeweltmeisterin werden vom Freiburger OSP-Chef Hans-Ulrich Wiedmann dabei durchaus Medaillenchancen eingeräumt.

Nicht nur im Fußball, Ringen und bei den Mountainbikern sind die Frauen bei Olympia stark vertreten: Eva Rösken vom Schützenverein Münstertal konnte sich im Mai beim Weltcup in München das begehrte Olympiaticket sichern. Die 32-jährige Sportschützin aus Ehrenkirchen tritt in Rio mit dem Kleinkaliber-Gewehr an.

Auch Straßenradsportler mit Chancen auf Olympia

Nicht zuletzt bestehen auch im Straßenradsport Aussichten auf eine Olympiateilnahme von in der Region beheimateten Athleten. Gute Chancen eingeräumt werden der Freiburger Studentin Kathrin Hammes vom Team Racing Students, ebenso wie dem in Freiburg lebenden Simon Geschke. Der 30jährigen Straßenradsportler hatte im vergangenen Jahr mit einem spektakulären Etappensieg bei der Tour de France auf sich aufmerksam gemacht und möchte unbedingt als einer von vier deutschen Fahrern beim olympischen Straßenwettbewerb an den Start gehen.